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Sommerseit’n – Eine Erfolgsgeschichte voller Musik, Leidenschaft und unvergesslicher Momente

 

Von einer verregneten Kirchweih in der Oberpfalz bis auf die großen Bühnen der volkstümlichen Musik – Sommerseit’n steht für musikalische Vielseitigkeit, mitreißende Stimmung und eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte.

 

Zwischen Nürnberg und Amberg, mitten in der Oberpfalz, liegt die Heimat einer Musikgruppe, die über viele Jahre hinweg ihr Publikum weit über die Grenzen der Region hinaus begeisterte: Sommerseit’n. Was 1987 eher zufällig begann, entwickelte sich zu einer musikalischen Erfolgsgeschichte mit zahlreichen Tonträgern, Fernsehauftritten, internationalen Gastspielen und Begegnungen mit einigen der bekanntesten Größen der volkstümlichen Musik.

 

Wie alles begann – ein Gewitter als Geburtshelfer

 

Manchmal schreibt das Leben die schönsten Geschichten ganz nebenbei. Bei Sommerseit’n war es ein Kirchweihregen im Jahr 1987, der den entscheidenden Anstoß gab. Wegen eines Gewitters musste eine fünfköpfige Tanzband in eine kleine Wirtsstube ausweichen. Dort war allerdings nur Platz für ein Trio. Kurzerhand griffen Wolfgang Gössl, Peter Gössl und Erich Übler gemeinsam zu ihren Instrumenten – ohne vorherige Probe und ohne jemals in dieser Besetzung zusammengespielt zu haben.

Was dann geschah, war der Beginn einer besonderen musikalischen Freundschaft. Die spontane Premiere wurde zum großen Erfolg, das Publikum war begeistert und die drei Musiker merkten schnell, dass sie gemeinsam etwas Besonderes auf die Beine stellen konnten.

1989 wurde aus der spontanen Idee schließlich eine feste Formation. Die bisherige Tanzband löste sich auf, und Wolfgang, Peter und Erich beschlossen, künftig als Trio aufzutreten. Auch der Name war schnell gefunden: In Hirschbach, dem Heimatort von Wolfgang und Peter Gössl, teilt die Hauptstraße das Dorf in eine Winterseit’n und eine Sommerseit’n. Da beide Elternhäuser auf der Sommerseit’n standen, lag die Namensgebung auf der Hand. Das Sommerseit’n-Trio war geboren.

 

Von der Oberpfalz in die große Musikwelt

 

Mit Spielfreude, musikalischem Können und einem unverwechselbaren Gespür für ihr Publikum eroberten die drei Musiker nach und nach Dorf für Dorf und Stadt für Stadt. Was in der heimischen Region begann, sprach sich schnell herum. Bald war das Sommerseit’n-Trio weit über die Oberpfalz hinaus bekannt.

Die musikalische Reise führte die Gruppe bis an die italienische Adria nach Rimini. Im November 1992 folgte ein ganz besonderes Kapitel: Sommerseit’n musizierte in Dallas und Austin im US-Bundesstaat Texas. Damit hatte die Musik aus der Oberpfalz längst internationales Terrain erreicht.

Parallel dazu erschienen die ersten Tonträger. Die Lieder fanden ihren Weg zu den deutschen Rundfunkanstalten und wurden von den Sendern regelmäßig gespielt. Auch die Zillertaler Schürzenjäger wurden auf die drei Musiker aufmerksam und übernahmen die Produktion des Sommerseit’n-Trios – ein wichtiger Meilenstein auf dem weiteren musikalischen Weg.

 

Vor 50.000 Menschen – und gemeinsam mit den ganz Großen

 

Der August 1993 brachte zwei außergewöhnliche Höhepunkte. Beim legendären Open-Air der Zillertaler Schürzenjäger in Finkenberg, dem „Woodstock der Alpen“, stand das Sommerseit’n-Trio vor rund 50.000 begeisterten Zuhörern auf der Bühne. Ein Erlebnis, das wohl für jeden Musiker unvergesslich bleibt.

Im selben Monat trat die Gruppe erstmals gemeinsam mit den Kastelruther Spatzen auf. Aus dieser ersten Begegnung entwickelte sich eine Verbindung, die sich bei weiteren gemeinsamen Auftritten fortsetzte.

Im Herbst 1993 wurde das Trio durch Schlagzeuger Wolfgang Wein erweitert. Aus dem Sommerseit’n-Trio wurde die Gruppe Sommerseit’n. Mit dem neuen Sound und zusätzlichen musikalischen Möglichkeiten begann ein weiteres Kapitel der Bandgeschichte.

 

Der Weg ins Fernsehen

 

Im März 1995 öffnete sich eine weitere Tür: Das ZDF suchte für die Sendung „Silvretta-Nova-Wintergaudi“, die im Montafon aufgezeichnet wurde, eine passende Interpretation des Titels „Koa Hiatamadl“. Die Version von Sommerseit’n auf der CD „Hallo Kleine“ traf genau den Geschmack der Redaktion.

Am 12. November 1995 war es dann so weit: Mit der Ausstrahlung des „Sonntagskonzerts“ feierte Sommerseit’n den ersten überregionalen Fernsehauftritt. Auch die im gesamten deutschsprachigen Raum verbreitete Musikzeitschrift „Meine Melodie“ widmete der Gruppe ein eigenes Porträt.

Weitere Tonträger folgten: „A bisserl Zeit muaßt hob’n“ und „Echt cool“ wurden vom Publikum hervorragend aufgenommen. Am 17. Januar 1999 war Sommerseit’n erneut im ZDF-„Sonntagskonzert“ zu sehen. Für diesen Auftritt wurde der bekannte Titel „Schifoan“ auf Wunsch des ZDF eigens neu bearbeitet und von der Gruppe interpretiert.

Nach dem Fasching 1999 verabschiedete sich Wolfgang Wein aus beruflichen Gründen von der Band, blieb seinen Musikerkollegen jedoch stets freundschaftlich verbunden.

 

Zehn Jahre Sommerseit’n – ein Fest für die Fans

 

Ein besonderer Meilenstein war das zehnjährige offizielle Bestehen der Gruppe. Am 21. August 1999 feierte Sommerseit’n in Hirschbach mit einem großen Open-Air-Fan-Fest. Lagerfeuer, eine traumhafte Atmosphäre und ein begeistertes Publikum machten den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Passend zum Jubiläum wurde die neue CD „Heut geh’n mir’s an“ mit zwölf neuen Sommerseit’n-Hits vorgestellt. Natürlich durfte auch der inzwischen durch das Fernsehen bekannte Titel „Schifoan“ nicht fehlen.

Die Besetzung der Band entwickelte sich weiter: Von Januar 2002 bis zum Ende des Faschings 2006 saß Igor Kolisnichenko am Schlagzeug, bevor er zu Winfried Stark und den Steigerwäldern wechselte. Im März 2006 kam mit Marco Brand ein hervorragender neuer Drummer hinzu. Mit seinem groovigen, gefühlvollen Schlagzeugspiel und seinem Gesang bereicherte er den Bandsound und eröffnete neue musikalische Möglichkeiten.

 

Musik ohne Grenzen – ein Programm für alle Generationen

 

Was Sommerseit’n über all die Jahre besonders auszeichnete, war die enorme musikalische Bandbreite. Die Gruppe ließ sich nie auf eine einzige Stilrichtung festlegen. Volkstümliche Musik mit schneidigen Jodlern gehörte ebenso zum Repertoire wie Country, Oldies, Rock’n’Roll, Samba, Reggae und Rockmusik. Dazu kamen aktuelle Chart-Hits und die beliebtesten deutschen Kultschlager.

Diese Mischung, verbunden mit einem angenehmen Sound, einer mitreißenden Bühnenpräsenz und einer kräftigen Portion volkstümlicher Alpenpower, machte Sommerseit’n zu einer vielseitigen Liveband für Jung und Alt.

Ob bei Vereinsfesten, großen Volksfesten in Bayern, bei Musikparaden mit namhaften Künstlern oder bei gemeinsamen Konzerten mit den Zillertaler Schürzenjägern und den Kastelruther Spatzen – Sommerseit’n verstand es, Menschen zusammenzubringen und aus Veranstaltungen echte Erlebnisse zu machen. Die Auftritte führten die Musiker bis nach Grebin an die Ostsee. Die Freude an der Musik kannte keine geografischen Grenzen.

Im Jahr 2007 blickte die Gruppe mit Stolz auf den 20. Jahrestag ihres ersten Auftritts zurück. Zwei Jahrzehnte voller Musik, Freundschaft, Begegnungen und unzähliger Stunden auf der Bühne lagen hinter den Musikern.

Zeitweise wuchs Sommerseit’n zu einem Quintett heran. In den letzten beiden Jahren des gemeinsamen musikalischen Weges kehrte die Gruppe jedoch wieder zu ihrer ursprünglichen Originalbesetzung zurück – dorthin, wo alles begonnen hatte: zu Wolfgang Gössl, Peter Gössl und Erich Übler.

 

Ein Abschied – und eine bleibende Erinnerung

 

Im Jahr 2012 beendete Sommerseit’n aufgrund zunehmender gesundheitlicher Einschränkungen seine musikalischen Aktivitäten. Damit ging eine außergewöhnliche Bandgeschichte zu Ende, die einst mit einem Gewitter, einer kleinen Wirtsstube und drei spontan musizierenden Freunden begonnen hatte.

Ein besonders schmerzlicher Verlust folgte 2016: Wolfgang Gössl, musikalischer Leiter und prägende Persönlichkeit der Gruppe, verstarb viel zu früh. Sein musikalischer Ideenreichtum, seine Leidenschaft und sein Einfluss auf den unverwechselbaren Charakter von Sommerseit’n bleiben unvergessen.

 

Sommerseit’n – mehr als eine Band

 

Sommerseit’n war weit mehr als eine Musikgruppe. Es war eine Geschichte von Freundschaft, Zusammenhalt und der gemeinsamen Begeisterung für Musik. Eine Geschichte, die von der Oberpfalz bis in die USA führte, von kleinen Wirtshäusern auf große Open-Air-Bühnen, von den ersten Tonträgern bis ins ZDF-Fernsehen.

Über 25 Jahre musikalischen Weges prägten die Musiker ihr Publikum mit einem Repertoire, das Grenzen zwischen Generationen und Musikrichtungen überwand. Sie schenkten ihren Zuhörern unzählige Stunden voller Freude, Tanz, Mitsingen und unvergesslicher Erinnerungen.

Und vielleicht liegt genau darin das Geheimnis von Sommerseit’n: Nicht der große Auftritt allein machte die Gruppe aus, sondern die Fähigkeit, mit ehrlicher Spielfreude Menschen zu begeistern und ihnen das Gefühl zu geben, Teil eines besonderen musikalischen Augenblicks zu sein.

 

Sommerseit’n – aus einer spontanen Idee wurde eine Erfolgsgeschichte. Aus drei Musikern wurde eine Band. Und aus vielen Auftritten wurden Erinnerungen, die bleiben.

Denn gute Musik klingt nicht einfach irgendwann aus. Sie lebt in den Herzen der Menschen weiter, die sie erlebt haben.

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© Erich Übler